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Der wachsende Anteil älterer Menschen rückt das Thema „selbstbestimmtes Wohnen“ immer stärker in den Mittelpunkt. Die Bauhilfe Pirmasens GmbH hat deshalb im Verbund mit der Wohnbau Mainz GmbH und der Bau AG Kaiserslautern das Modellprojekt „Dehääm – Hilfe.Allen.Allzeit.Mobil“ aufgelegt. Bei der Auftaktveranstaltung Anfang Juli war die Mainzer Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler zu Gast. Im Theo-Schaller-Saal unterstrich sie die Bedeutung neuer Wohnformen für die Weiterentwicklung eines nachbarschaftlichen Alltags aller Generationen.

Viele Besucher waren zu Gast der Auftaktveranstaltung im Theo-Schaller-Saal

Viele Besucher waren zu Gast der Auftaktveranstaltung im Theo-Schaller-Saal

„Der Bedarf an barrierefreiem Wohnraum und niederschwelligen Versorgungsangeboten in den Stadtvierteln steigt“, erklärte Ralph Stegner, Geschäftsführer der Bauhilfe Pirmasens GmbH, vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Er verwies auf die noch junge Erfolgsgeschichte von „PS: patio“. Gemeinsam mit Stadt und Diakonie hat die Bauhilfe Pirmasens GmbH das generationsübergreifende Wohnprojekt im Winzler Viertel auf den Weg gebracht, das seinen Bewohnern künftig durch ein quartiersnahes, mobiles Dienstleistungs- und Pflegeangebot ein Plus an Versorgungssicherheit bieten soll, das ehrenamtliche, nachbarschaftliche und professionelle Hilfe zusammenführt.

„Wohnquartiere müssen mehr und mehr generationengerecht, kultursensibel und inklusiv sein“, sagte Helga Knerr. Die städtische Beigeordnete, zugleich Aufsichtsratsvorsitzende der Bauhilfe, betonte, dass das Thema Versorgungssicherheit eine zunehmend wichtigere Rolle. Denn wo früher „Familienbande“ Rückhalt gaben, wenn Krankheit, Alter oder eine Behinderung den Alltag beschwerlich machten, seien heute immer häufiger und früher die Angebote stationärer Einrichtungen die einzige Alternative. Eine Perspektive könnte die Neuausrichtung des Pflegegesetztes sein, das die Weiterentwicklung und Erprobung neuer Wohnformen fördert, sagte die Beigeordnete. Ziel sei es, die Menschen durch finanzierbare Hilfen und Pflege im Alltag in die Lage zu versetzen, selbstbestimmt und möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben zu können.

Die rheinland-pfälzische Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler

Die rheinland-pfälzische Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler

Die Pirmasenser Bauhilfe hat sich – in Kooperation mit der Wohnbau Mainz GmbH und der Bau AG Kaiserslautern – für ein Modellprojekt beworben. Das Vorhaben wird durch den Spitzenverband GKV, zentrale Interessensvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen, wissenschaftlich begleitet und finanziell gefördert. Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt die kommunalen Wohnungsbauunternehmen bereits seit über einem Jahr in einer Arbeitsgruppe. Um das wissenschaftliche Förderprogramm unter Federführung des GKV hatten sich bundesweit 200 Projekte beworben, rund 40 haben den Auswahlprozess erfolgreich durchlaufen. In Rheinland-Pfalz sind neben dem Verbund aus Pirmasens, Mainz und Kaiserslautern sechs weitere Projekte dabei. Das Projekt „dehääm“ nimmt dabei die Ideen des sogenannten „Bielefelder Modells“ auf und setzt diese entsprechend der Situation im Winzler Viertel um. Bereits in den 1990er Jahren hat die Stadt Bielefeld, gemeinsam mit der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft und einem sozialen Dienstleister, ein richtungsweisendes Konzept entwickelt. Im Zentrum steht ein quartiersbezogener Betreuungsstützpunkt mit einem „Wohncafé“ als Treffpunkt und Ort der Kommunikation für die gesamte Nachbarschaft. Gleichzeitig ist hier ein sozialer Dienst als Kooperationspartner mit einem umfassenden Leistungsangebot (Hauswirtschaft und Pflege) rund um die Uhr im Quartier präsent. Auf dessen Hilfs- und Betreuungsangebote können alle Bewohner jederzeit zugreifen. Kostenpflichtig sind nur Leistungen, die tatsächlich in Anspruch genommen werden.